

Die Prüfunterlagen wurden allen Bürgermeistern und Gemeinderäten im Landkreis vorgestellt. Die Gemeinde Spardorf hat die Familienfreundlichkeitsprüfung bereits für ein neues Baugebiet angewendet. In mehreren Gemeinden wurde sie auf bestehende Gebiete angewandt.
Download des Prüfbogens
Mantelbogen außen
Mantelbogen innen
Innenseiten
Die Projektgruppe möchte ein Prüfverfahren entwickeln, dem sich Landkreis und Gemeinden nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung unterziehen können. Bebauungsplanungen, Verkehrsplanung und infrastrukturelle Entscheidungen sollen nach einem standardisierten Verfahren in ihren Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und Familien untersucht werden um die Interessen und Belangen dieser Bevölkerungsgruppen zu wahren. Moderation : Frau Kern (09131 7144-445)
Fast über Nacht ist der Begriff Thema „Familie" zum Megathema geworden. Dabei ist die Erkenntnis nicht neu, daß Familien jede Menge Unterstützung in finanzieller, struktureller und auch moralischer Hinsicht brauchen, um den Spagat zwischen Beruf, Erziehung und Alltagsproblemen zu bewältigen.
Allzu oft werden die besonderen Bedürfnisse von Kinder, Jugendlichen und Familien bei kommunalen Planungen zu wenig berücksichtigt. Da sind dann Kinderspielplätze nur über eine gefährliche Straße zu erreichen oder in Neubaugebieten wird vergessen daß die Kinder auch mal älter werden und für die späteren Jugendlichen geeignete Treffpunkte vorgesehen werden müssen.
Dahinter muß aber gar keine „böse" Absicht stecken. Strukturelle Rücksichtslosigkeit entsteht fast von selbst, wenn bei der Planung von Straßen, Wohngebieten oder Einrichtungen nur technische oder finanzielle Aspekte im Blickfeld liegen und die Bedürfnisse von Familien schlichtweg übersehen werden.
Abhilfe soll hier die Familienfreundlichkeitsprüfung schaffen. Gemeinden und Städte können sich nach einem Mehrheitsbeschluss in Gemeinde- oder Stadtrat zu diesem freiwilligen Prüfverfahren verpflichten und das Verfahren in ihrer Verwaltung verankern. In dem mehrseitigen Prüfungskatalog werden sehr detailliert mögliche Auswirkungen des geplanten Vorhabens auf Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderung und ältere Mitbürger abgefragt.
Der Prüfungskatalog ist in die Kategorien Soziale Infrastruktur, Familiengerechtes Wohnen, Freiraumgestaltung, Wohnumfeld, Verkehr und Sicherheit, Familienunterstützende Angebote und Interessenvertretung untergliedert und wird gesondert beantwortet und abgezeichnet.
Dabei geht es aber nicht um „bestanden" oder „nicht bestanden". Vielmehr stellt der ausgefüllte Prüfungsbogen Transparenz her und zeigt evtl. Nachbesserungsbedarf auf. Für weitere Entscheidung in den politischen Gremien ist er eine wichtige Diskussionsgrundlage.
Das „Bündnis für Familie im Landkreis Erlangen-Höchstadt" hat die Kriterien und das Verfahren der Familienfreundlichkeitsprüfung in einer Projektgruppe entworfen und bietet ihn den Städten, Märkten und Gemeinden im Landkreis an.
Vorstellung der Würzburger Prüfung aud den Seiten des Bundesfamilienministeriums
http://www.bmfsfj.de/Politikbereiche/familie,did=62838.html
Die Stadt Würzburg stellt ihre Prüfung vor
http://www.wuerzburg.de/buerger/rathaus/dienststellen/arge_familien/641,2564.html