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Die familienpolitischen Leitgedanken des Landkreises Erlangen-Höchstadt

Die familienpolitischen Leitgedanken für den Landkreis Erlangen-Höchstadt formulieren wichtige Ziele der kommunalen Familienpolitik und zeigen Handlungsansätze auf. Die Leitgedanken wurden bereits von einer Vielzahl von VertreterInnen politischer Institutionen, sozialer und wirtschaftlicher Organisationen, sowie von Städten und Gemeinden des Landkreise unterzeichnet.

Sie können die Leitgedanken auch als pdf Dokument herunterladen.

 

Präambel

Die „familienpolitischen Leitgedanken im Landkreis Erlangen-Höchstadt“ wurden vom Steuerungskreis des „Bündnis für Familie im Landkreis Erlangen-Höchstadt“ erstellt. Folgende Personen und Organisationen sind Teilnehmer am Steuerungskreis des Bündnis für Familie ERH:

  • Landratsamt Erlangen-Höchstadt Landrat Eberhard Irlinger
  • Landratsamt Erlangen-Höchstadt Familienbeauftr. Markus Hladik
  • Landratsamt Erlangen-Höchstadt Elternvertreterin Silke Meister-Nehmeier
  • Landratsamt Erlangen-Höchstadt Gleichstellungsst. Claudia Wolter
  • Landratsamt Erlangen-Höchstadt
  • Seniorenbeauftr. Birgit Wißneth-Riemenschneider
  • AWO Kreisverband ERH e.V. Vorsitzende Jutta Helm
  • Arbeitsausschuss Jugendhilfepl. Vorsitzender Kurt Joa
  • ARGE (Arbeitsgem. Gymn. ER+ERH) Vorsitzende Ute-Christine Geiler
  • Bayerischer Elternverband Vorsitzende Ursula Walther
  • Erziehungs-, Jugend- und Fam.beratung Caritasverband Leiter Herbert Schneider
  • Evangelische Stadtakademie Mitarbeiterin Dorothea Kroll-Günzel
  • Gemeinde Buckenhof 1.Bürgermeister Georg Förster
  • Gesundheitsamt Erlangen Mitarbeiterin Luitgard Kern
  • INA-Schaeffler KG Personalleitung Jutta Rost
  • IHK Geschäftsstelle Erlangen Leiterin Renate Doeblin
  • Kinderschutzbund KV Erlangen Vorsitzende Angelika Will
  • Kinderschutzbund OV Höchstadt Vorsitzende Sibylle Menzel
  • Kreisjugendamt Erlangen-Höchstadt Leiter Michael Poesdorf
  • Kreisjugendring Erlangen-Höchstadt Geschäftsführer Traugott Goßler
  • Soziale Beratungsstelle der Caritas Leitung Edith Scherbel
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Zur Familienpolitik

Familienpolitik ist heute zu einem zentralen Thema in der Gesellschaft geworden.

Intakte Familienstrukturen haben nicht nur für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen Bedeutung, sie sind ebenso wichtig für die Erfüllung beruflicher Pflichten, für die Bewältigung der Alltagsprobleme und für die Sicherung einer ambulanten familiären Versorgungsstruktur bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit, für Menschen mit Behinderung und für ältere Generationen.

Es ist ein gesamtgesellschaftliches und politisches Anliegen aller staatlichen und kommunalen Ebenen, sozial intakte Familien zu ermöglichen, zu stärken und zu erhalten. Es ist Aufgabe der Politik, die Bedürfnisse von Familien zu erkennen und attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen. Um eine Verbesserung der Familienfreundlichkeit zu erzielen ist dabei eine breite,  Kooperation und die Schaffung einer Lobby für Familien notwendig.

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Der Begriff der Familie

Familie ist als Netzwerk von Menschen zu begreifen, die in einem oder mehreren verwandtschaftlich und generationenübergreifend miteinander verbundenen Haushalten leben. Zu solchen familiären Netzwerken gehören z.B. 

  • Ehepaare mit leiblichen, adoptierten und /oder Pflegekindern in einem Haushalt
  • Ein-Eltern-Familien mit einem oder mehreren Kindern (Zwei- und Mehrpersonenhaushalte)
  • Mehrgenerationenfamilien
  • Nicht-eheliche Lebensgemeinschaften, die in einem oder zwei Haushalten leben und gemeinsam Verantwortung für ihre Kinder tragen.

Auch wenn die Kinder erwachsen sind und den elterlichen Haushalt verlassen haben, bleiben sie im familiären Netzwerk. Die Eltern in der mittleren Generation (sog. Sandwich-Generation)  unterstützen häufig gleichzeitig ihre erwachsenen Kinder und betagten Eltern, für die altersgemäß bedingt die Phase der Pflegebedürftigkeit beginnt.

Darüberhinaus sind beispielsweise auch

  • (verheiratete) Eltern ohne Kinder im Haushalt
  • allein lebende erwachsene Kinder und
  • ältere Frauen und Männer (Großeltern) in (so)-genannten Singlehaus-halten oder Alteneinrichtungen in familiäre Netzwerke eingebunden.
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Familien sind willkommen

In den Familien liegt die Zukunft unseres Landkreises und unserer Gemeinden. Der Landkreis setzt sich als starke Lobby für die Interessen der Familien ein und schafft mit dem „Bündnis für Familie“ ein landkreisweites Arbeitsforum. Das heißt aber auch, dass Leistungen für Familie  nicht als unvermeidliche Pflicht, sondern als profitable Investition zu sehen sind.

Familien werden von Bittstellern zu erwünschten Nutzern bestehender Angebote und Leistungen.

Mögliche Aktionsfelder:

  • Einrichtung der Stelle eines Familienbeauftragten
  • Gründung eines „Bündnis für Familie“
  • Erstellung eines Familienberichtes als Grundlage politischen Handelns
  • Niederschwellige Service- und Beratungsangebote
  • Intensive Bewerbung aller bestehenden Angebote und Leistungen.
  • Sensibilisierung von Verwaltung und Unternehmen für die Bedeutung der Familien
  • Honorierung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für besonders familienfreundliches Vorgehen
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Lebens und Entfaltungsräume

In den Kommunen werden durch verdichtete und vom Verkehr dominierte Wohngebiete kindgemäße Lebensweisen und Entfaltungsräume immer mehr eingeschränkt. Eine familiengerechte Kommune kann demgegenüber sowohl räumlich als auch kulturell erlebnisorientierte und anregende Lebens- und Entfaltungsräume bieten, die den Bedürfnissen von Familien, Kindern und Jugendlichen gerecht werden und ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern

Mögliche Aktionsfelder:

  • Einführung einer Familienfreundlichkeitsprüfung zu den Punkten
  • Spielraum für Kinder
  • Wohnumfeld-Verkehr-Sicherheit
  • Familiengerechtes Wohnen
  • Soziale Infrastruktur
  • Förderung und Ausbau ökologischer Bauweisen
  • Für Familien erschwingliche Baulandpreise in den Gemeinden schaffen bzw. erhalten
  • Spielräume für Generationen, d.h. für Kinder und ältere Bürgerinnen und Bürger schaffen
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Bildung und Ausbildung als Voraussetzung für Zukunft

Bildung, Erziehung und Betreuung schaffen die Grundlage für zukunftsorientierte Planung. Hier müssen Chancengleichheit  und Qualitätsstandards gleichermaßen berücksichtigt werden. Enge, verbindliche Zusammenarbeit zwischen Fachkräften untereinander und mit den Eltern ist gefordert. Da die Familie der erste und wichtigste Ort frühkindlicher Förderung darstellt, gilt es die Familien zu stärken. Speziell Kinder aus schwierigem sozialem Umfeld und Kinder mit Migrationshintergrund benötigen ein gutes Angebot an Kinderbetreuung. Entstehende Kosten sind Familien bei Bedarf zu mindern.

Mögliche Aktionsfelder:

  • Quantitativer Ausbau der Plätze in Kindertagesstätten, Krippen und Horte
  • Stärkung und Ausbau unserer Schulen und ihrer Bildungsangebote
  • Verbesserung des Angebotes an Nachmittagsbetreuung und Ferienbetreuung
  • Förderung der Qualität der Betreuungsangebote z.B. zu Gruppengröße, Berücksichtigung von speziellen Bedürfnissen der Kinder und Eltern, Personalschlüssel, etc.
  • Zentrale Koordination der Betreuungsangebote „Betreuungsbörse“
  • Schulstarthilfe
  • Eine ausreichende Zahl an Jugendräumen zur eigenständigen Gestaltung von Freizeit und von außerschulischen Bildungsprozessen
  • eine ausreichende finanzielle Förderung von Jugendgruppen und Jugendverbänden
  • Eine ausreichende Anzahl von Fachkräften für Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden und im Landkreis
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Förderung eines gesunden Lebensstils und gesunder Umweltbedingungen

Zur Vermeidung gesundheitlicher Risiken sollen eine ganzheitliche und interdisziplinäre Gesundheitsförderung und kinder- und jugendspezifische Behandlung gestärkt werden. Dies erfordert eine vertrauensvolle, langfristige Kooperation aller, die in Erziehungsverantwortung stehen.

Mögliche Aktionsfelder:

  • Gesundheitsförderungsmaßnahmen  in allen Lebensumfeldern, in denen sich Kinder- und Jugendliche aufhalten.
  • Gesundheitstage für die Bevölkerung mit speziellen Angeboten für die Familien
  • Ganzheitliche, langfristige, im üblichen Lebensumfeld der Kinder- und Jugendlichen eingebettete Angebote zur Suchtprävention, Sexualpädagogik, Essstörungen und Gewaltprävention durch alle, die in Erziehungs-verantwortung stehen und durch professionelle Fachkräfte.
  • eine ausreichende Anzahl an Sportanlagen und Fortsetzung der Förderung von Sportvereinen, um auch weiterhin allen Bevölkerungsgruppen den Zugang zu außerschulischen Sportangeboten zu ermöglichen.
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Hilfe in Notlagen

Vor dem Hintergrund eines gestiegenen Anteils von Kindern und Familien in finanziellen Notlagen stellt sich in Kommunen immer stärker die Frage, wie Belastungen und  Familien, Kindern und Jugendlichen vermindert werden können. Familienfreundlichkeit in Politik und Verwaltung schafft die Bedingungen dafür, dass Notlagen frühzeitig erkannt und die betroffenen Familien so gestützt und gefördert werden, dass sie ihre Aufgaben und Leistungen wieder aus eigener Kraft erbringen können.

Mögliche Aktionsfelder:

  • Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit der Sachbearbeiter für die möglichen Begleit-, bzw. Hintergrundproblematiken
  • Entwicklung eines Konzeptes „Familie und Krise“ mit begleitendem Hilfsangebot und Präventionsstrategien.
  • Ausbau von Notfallhilfen
  • Deutliche Verbesserung des Informationsangebotes über die bestehenden Hilfsangebote.
  • Krisen- bzw. Nothilfebudget des Landkreises für soziale Härtefälle
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Stärkung der Leistungsfähigkeit von Familien und Netzwerken

Familien erbringen eine Reihe von nötigen Aufgaben und Leistungen für sich und die Gemeinschaft, wobei Familien mit Kindern oder/und mit zu betreuenden Angehörigen (Kranke, Ältere..) in ihrer Leistungsfähigkeit besonders beansprucht werden. Familienfreundlichkeit bezieht folglich auch die konsequente Stärkung, Erleichterung und Förderung dieser Austausch-beziehungen und Geflechte, also die Stärkung des Selbsthilfepotentials der Familien ein.

Mögliche Aktionsfelder:

  • Beratung und Begleitung bei Krisen.
  • Förderung des Gefühls der gemeinsamen sozialen Verantwortung für Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung
  • Förderung der Offenheit und Infrastruktur für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt
  • Unterstützung und Förderung von Nachbarschaftshilfen
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Balance von Familie und Arbeitswelt

Familien brauchen eine Arbeitswelt, die familiäre Pflichten nicht zu einem Arbeits- bzw.  Karrierehindernis machen. Gleichzeitig benötigen sie ein qualifiziertes flexibles Betreuungsangebot. Aber auch Betriebe können es sich nicht mehr leisten, ihre wichtigsten Ressourcen und Potentiale – die Arbeitskräfte und ihre Leistungsfähigkeit, ihre Kreativität und ihr Engagement – für die Steigerung von Wachstum und Innovation ungenutzt zu lassen. Familienfreundliche Maßnahmen rechnen sich auch für kleinere Unternehmen.

Mögliche Aktionsfelder:

  • Ausbau der kommunalen Verwaltungsbehörde zu einem familienfreundlichen Betrieb mit aktiver Bewerbung der familienfreundlichen Angebote für die Mitarbeiter
  • Initialveranstaltungen für Betriebe des Landkreises zu „Familienfreundlicher Betrieb“ mit dem Ziel der Vorbildwirkung von  „Best practice“
  • Veröffentlichung guter Beispiele von „Familienbezogener Betriebskultur“
  • Verbesserung der Kooperation von Betrieben und Verwaltung bei der Lösungssuche von Betreuungsproblemen
  • Prämierung von gelungenen Beispielen
  • Unterstützung der Firmen durch Förderung der Mobilität, z.B. Kooperation mit öffentlichen Nahverkehr und Mitfahrzentralen
  • Förderung des regelmäßigen Austausches durch aktive Begleitung ener Projektgruppe aus Beteiligten verschiedener Betriebe und Verwaltungen im Rahmen des „Bündnis für Familie“.
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Schaffung eines familienfreundlichen Klimas

Jugendstudien zeigen übereinstimmend, dass sich junge Menschen weit überwiegend ein Leben mit Kindern wünschen, kombiniert mit einem pluralistischen Lebenskonzept. Dazu benötigen sie verlässliche Rahmenbedingungen, die solche langfristigen biographischen Entscheidungen erleichtern. Eine Kommune kann ein familien- und kinderfreundliches Lebensumfeld, entsprechende Wohnbedingungen, familienergänzende Infrastruktur und ein familienfreundliches Klima bieten, die junge Erwachsene ermutigen, eine Familie zu gründen und sich hier nieder zu lassen. Sie benötigen aber auch eine deutliche Wertschätzung des „Eltern- seins“, die Anerkennung der Erziehungsarbeit als solcher und eine gleichwertige Respektierung der Mütter, die sich „nur“ für die Erziehung einsetzen und nicht zusätzlich beruftätig sein wollen.

Mögliche Aktionsfelder:

  • Gemeinden schaffen familienfreundliche Rahmenbedingungen und machen ihre Angebot bei jungen Erwachsenen bekannt.
  • Angebote  zur Vorbereitung auf die Elternschaft, Erziehungsunterricht
  • Vorstellung von unterschiedlichen Lebens- Mutterschafts-Konzepten
  • Begleitende Hilfen bei belastenden Lebensbedingungen während der Schwangerschaft
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Beteiligung von Familien, Kindern und Jugendlichen

Familien, Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit haben, ihre Interessen überall da, wo es um ihre Belange geht, einzubringen. Dies sichert die Zielgruppenorientierung der Maßnahmen und Angebote und fördert die Entwicklung eines sozialen und politischen Verantwortungsbewusstseins.

Mögliche Aktionsfelder:

  • Kinder- und Jugendforen
  • Kinder- Jugend- Familienbeauftragte
  • Bürgerbefragung
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